Ein Angebot der Evotec GmbH, Arnsberg

So läuft eine Beistellung

Bei einer Beistellung kommt das Material von Ihnen und hat schon seine Form. Deshalb gibt es zwei Zeichnungen, eine Anlieferung und einen Rückweg – und ein paar Fragen, die vor dem Angebot geklärt sein wollen.

  1. Anfrage

    Fertigteil- und Rohteilzeichnung, Stückzahl, auf Wunsch ein Rohteil zur Ansicht

  2. Angebot

    Arbeitsgänge, Mehrmenge und der Umgang mit Rohteilfehlern

  3. Anlieferung

    Eingangskontrolle von Menge und Zustand

  4. Bearbeitung

    nach Fertigteilzeichnung, ausgerichtet an Ihren Bezugsstellen

  5. Prüfung

    im vereinbarten Umfang

  6. Rückversand

    ab Werk, gekennzeichnet wie angeliefert

Wichtig ist die Reihenfolge: Aufmaß, Bezugsstellen und Mehrmenge klären wir, bevor Teile unterwegs sind, nicht erst am ersten Rohteil. Ob und zu welchen Bedingungen wir Ihre Rohteile bearbeiten, klären wir je Anfrage. Ohne Rohteilzeichnung oder ein Rohteil als Muster bieten wir keine Arbeitsgänge an: Aufmaß und Bezüge müssen wir vor dem Angebot sehen können.

Der Beistell-Check

Der Check fragt in vier Schritten ab, was ein Angebot für Fräsarbeiten an Rohteilen braucht: Rohteil, Rohteildaten, Arbeitsgänge, Anlieferung. Daraus entsteht eine Liste mit dem Stand jeder Angabe – vorhanden, fehlt noch oder vor dem Angebot zu klären –, dazu die Eigenheiten Ihrer Rohteilart. Wer Aufmaß und zulässige Abweichung der Rohfläche kennt, bekommt das Restaufmaß im schlechtesten Fall gleich ausgerechnet.

Woher die Beistell-Regeln kommen

  • Geometrie folgt aus Form, Lage und Mechanik des Rohteils.
  • Norm nennt Begriff und Nummer; die Zahlenwerte stehen in der Norm.
  • Faustregel bräuchte eine Literaturquelle mit Seite; der Check nutzt keine.
  • Evotec-Wert ist eine Beistell-Regel oder ein Maschinenwert von uns, jeweils mit Fassung vom 26.09.2026.

Ihre Rohteile im Check

Rohteilart wählen, Angaben ergänzen, Liste erstellen – oder zum Ausprobieren eine der drei Vorlagen laden.

Ohne JavaScript bleibt das Formular ausgeblendet. Was der Check ausgibt, zeigen drei fertig ausgewertete Rohteile im nächsten Abschnitt.

Beispiel laden

Rohteil

Werkstoff

Mehrmenge für Einrichten und Ausschuss

Rohteildaten

Rohteilzeichnung oder -modell

Aufmaß an den zu fräsenden Flächen

Rohteilmaße für die Anfrage (optional)

Der Check prüft damit nur die Länge von Profilen; die übrigen Maße gehen in den Anfragetext.

Arbeitsgänge
Anlieferung und Prüfung

Die Teile kommen

Prüfumfang, den Sie sich wünschen

Rückweg: Versand ab Werk – Einzelheiten im Angebot.

Ihre Eingaben werden nicht übertragen und nicht gespeichert.

Stand Ihrer Beistell-Liste

Noch keine Liste. Wählen Sie die Rohteilart, ergänzen Sie, was Sie wissen, und klicken Sie auf „Liste erstellen“. Fehlende Angaben sind kein Hindernis – sie erscheinen als offene Punkte.

Vorprüfung, keine Zusage. Maßgeblich ist unser Angebot nach Prüfung Ihrer Zeichnung. So wertet der Check aus: sieben Angaben, jede vorhanden, offen oder vor dem Angebot zu klären; Restaufmaß gleich Aufmaß minus zulässige Abweichung der Rohfläche. Herkunft jeder Aussage: Regeltabelle des Beistell-Checks.

Rohteil für Rohteil: drei Anfragen im Beistell-Check

Drei typische Anfragen, so wie der Check sie liest – auch ohne Skript nachvollziehbar. Jede davon lässt sich oben mit einem Klick laden.

Gussgehäuse aus Aluminium

Rohteil
Gussteil, EN AC-42100, 120 Stück, Mehrmenge dabei
Unterlagen
Rohteilzeichnung mit Bezugsstellen
Aufmaß
2 mm, Rohfläche darf 1 mm tiefer liegen
Arbeiten
Planfräsen, Bohren, Gewinde, Senken, Entgraten
Anlieferung
Gitterbox

Alle sieben Angaben liegen vor. An der tiefsten zulässigen Stelle bleiben 2 − 1 = 1 mm zum Fräsen.

Angaben vollständig 7 von 7

Geschweißter Rahmen aus Stahl

Rohteil
Schweißbaugruppe, S235JR, 24 Stück, Mehrmenge offen
Unterlagen
Rohteilzeichnung ohne Bezugsstellen
Aufmaß
unbekannt
Arbeiten
Planfräsen, Bohren, Gewinde
Anlieferung
Palette

Ohne Bezugsstellen gibt es keine sichere Aufspannung, dazu fehlen Aufmaß und Mehrmenge. Den Stahl prüfen wir je Anfrage.

Rücksprache vor dem Angebot 4 von 7

Aluminiumprofil, 6 m lang

Rohteil
Strangpressprofil, EN AW-6060 T66, 40 Stück, Mehrmenge dabei
Unterlagen
Profilzeichnung mit Bezugsstellen
Aufmaß
bekannt
Arbeiten
Nut, Bohren, Gewinde, Entgraten
Anlieferung
noch offen

Nur die Anlieferung fehlt noch. Das Profil passt auf das Stabbearbeitungszentrum, bis 8 m in einer Aufspannung.

Angaben fehlen noch 6 von 7

Regeltabelle des Beistell-Checks: jede Aussage mit Stufe und Quelle

Der Check spielt nur Einträge aus, die eine Quelle haben. Normen nennt er mit Nummer und Begriff; Zahlenwerte aus Normen stehen hier nicht, maßgeblich ist der Normtext. Stand: 26.09.2026.

Regeln zu Ihren Angaben
WannAussageStufeQuelle
immerOb und zu welchen Bedingungen wir Ihre Rohteile bearbeiten, klären wir je Anfrage.Evotec-Wert (Hinweis)Beistell-Regeln der Evotec GmbH, Fassung 26.09.2026 (Annahme beigestellter Rohteile je Anfrage)
immerWie wir mit Rohteilfehlern umgehen, regeln wir im Angebot.Evotec-Wert (Hinweis)Beistell-Regeln der Evotec GmbH, Fassung 26.09.2026 (Rohteilfehler und Mehrmenge werden im Angebot geregelt)
weder Rohteilzeichnung noch Rohteil als MusterOhne Rohteilzeichnung oder ein Rohteil als Muster bieten wir keine Arbeitsgänge an: Aufmaß und Bezüge müssen wir vor dem Angebot sehen können.Evotec-Wert (rot)Beistell-Regeln der Evotec GmbH, Fassung 26.09.2026 (keine Arbeitsgänge ohne Rohteilzeichnung oder Muster)
Rohteilzeichnung ohne BezugsstellenOhne Bezug keine sichere Aufspannung – bitte Bezugsstellen auf der Rohteilzeichnung angeben oder Rücksprache.Geometrie (rot)Geometrie: Ein starrer Körper hat sechs Freiheitsgrade, die beim Spannen eindeutig festgelegt sein müssen; Bezugsstellen nach ISO 5459
nur ein Rohteil als Muster, keine RohteilzeichnungOhne Rohteilzeichnung stimmen wir die Bezugsstellen am Muster mit Ihnen ab; für wiederkehrende Lose gehören sie auf eine Zeichnung.Geometrie (gelb)Geometrie: Bezugsstellen machen die Lage jedes Rohteils beim Spannen wiederholbar; Bezüge und Bezugssysteme nach ISO 5459
Aufmaß unbekannt oder nicht angegebenAufmaß noch unbekannt: Hinweis je Rohteilart (siehe unten)Geometrie (gelb)Geometrie: Ohne Aufmaß lässt sich nicht sagen, ob die Rohfläche überall über der Fertigfläche liegt
Aufmaß und zulässige Abweichung der Rohfläche angegeben, Rest größer als null und nicht knappRestaufmaß im schlechtesten Fall: R mm (A mm Aufmaß − T mm zulässige Abweichung der Rohfläche). Rechnerisch bleibt Material; ob der Rest für einen Schnitt reicht, prüfen wir anhand Ihrer Zeichnung.Geometrie (grün)Geometrie: Liegt die Rohfläche an der tiefsten zulässigen Stelle, bleibt über der Fertigfläche das Aufmaß minus diese Abweichung
Aufmaß und zulässige Abweichung der Rohfläche angegeben, Rest größer als null, aber kleiner als ein Zehntel des AufmaßesRest knapp – Rücksprache: Im schlechtesten Fall bleiben R mm (A mm Aufmaß − T mm zulässige Abweichung der Rohfläche). Das ist im Verhältnis zum Aufmaß sehr wenig; ob dafür ein Schnitt möglich ist, klären wir anhand Ihrer Zeichnung. Die Schwelle (unter einem Zehntel des Aufmaßes) ist eine Prüfschwelle dieses Checks, kein Normwert und keine Maschinenangabe.Evotec-Wert (gelb)Beistell-Regeln der Evotec GmbH, Fassung 01.10.2026 (Prüfschwelle des Checks, kein Normwert; Rest nach der Geometrie-Rechnung Aufmaß minus Abweichung)
Aufmaß und zulässige Abweichung der Rohfläche angegeben, Rest null oder kleinerIm schlechtesten Fall bleibt kein Material: A mm Aufmaß gegen T mm zulässige Abweichung. An der tiefsten zulässigen Stelle bliebe die Rohfläche stehen (Schwarzstelle).Geometrie (rot)Geometrie: Liegt die Rohfläche unter der Fertigfläche, erreicht der Fräser sie dort nicht
Länge, Breite, Höhe, Stückzahl, Aufmaß oder zulässige Abweichung nicht eindeutig als Zahl lesbarDie Angabe „Ihre Eingabe“ lesen wir nicht eindeutig und rechnen deshalb nicht damit. Hinweis zur SchreibweiseEvotec-Wert (gelb)Rechenweg des Checks (Fassung 01.10.2026): Zahlen werden nie stumm geraten; eine nicht lesbare Angabe bleibt sichtbar offen
Mehrmenge: neinOhne Mehrmenge fehlt jedes Teil, das beim Einrichten oder durch einen Rohteilfehler unbrauchbar wird, in der Liefermenge. Wie viele zusätzliche Teile sinnvoll sind, halten wir im Angebot fest.Evotec-Wert (Hinweis)Mengenlogik; Beistell-Regeln der Evotec GmbH, Fassung 26.09.2026 (Mehrmenge wird im Angebot festgehalten)
Werkstoff nicht AluminiumOb Ihr Werkstoff geht, prüfen wir je Anfrage; beim Fräsen liegt unser Schwerpunkt auf Aluminium.Evotec-Wert (Hinweis)Beistell-Regeln der Evotec GmbH, Fassung 26.09.2026: Aluminium belegt, weitere Werkstoffe je Anfrage
Strangpressprofil mit angegebener Länge bis zur AufspannlängeL mm Länge: Profile und Langteile bearbeiten wir auf dem Stabbearbeitungszentrum bis zur Aufspannlänge laut Maschinendaten.Evotec-Wert (Hinweis)Maschinendaten der Evotec GmbH, Fassung 26.09.2026: Stabbearbeitungszentrum elumatec SBZ 150, Aufspannlänge
Strangpressprofil länger als die AufspannlängeL mm Länge: Das ist mehr als die Aufspannlänge unseres Stabbearbeitungszentrums (bis zur Aufspannlänge laut Maschinendaten) – sprechen Sie uns vor der Anfrage an.Evotec-Wert (rot)Maschinendaten der Evotec GmbH, Fassung 26.09.2026: Stabbearbeitungszentrum elumatec SBZ 150, Aufspannlänge
Arbeitsgang Gravur gewähltGravur: derzeit nicht im Angebot.Evotec-Wert (Hinweis)Beistell-Regeln der Evotec GmbH, Fassung 26.09.2026
Anlieferung in Behältern des Kunden, die zurückgehenIhre Behälter gehen mit den Teilen zurück; wie, stimmen wir im Angebot ab.Evotec-Wert (Hinweis)Beistell-Regeln der Evotec GmbH, Fassung 26.09.2026 (Rückweg im Angebot)
Hinweise je Rohteilart
RohteilartAussageStufeQuelle
GussteilFür Gussteile nennt die Rohteilzeichnung meist einen Grad der Bearbeitungszugabe nach ISO 8062-3; steht er dort nicht, fragt man die Gießerei.NormISO 8062-3: Grade der erforderlichen Bearbeitungszugabe (RMAG A bis K)
Poren und Lunker liegen im Inneren und werden oft erst beim Fräsen oder Bohren angeschnitten – von außen sieht man einem Gussteil nicht an, was in ihm steckt.GeometrieGeometrie: Hohlräume im Inneren liegen erst frei, wenn die Schicht darüber abgetragen ist
Gegossene Seitenwände stehen meist mit Formschräge. Als Spannfläche halten sie schlechter als eine gerade Fläche; Spannstellen gehören deshalb auf die Rohteilzeichnung.GeometrieMechanik: An einer geneigten Fläche erzeugt die Spannkraft eine Kraft entlang der Fläche, die das Teil verschieben kann
Maßtoleranzen und Bearbeitungszugaben von Gussteilen beschreibt ISO 8062-3 in Graden: DCTG für die Maße, RMAG für die Zugabe. Welche gelten, legt die Rohteilzeichnung fest.NormISO 8062-3 (Maß-, Form- und Lagetoleranzen für Formteile – Gussstücke)
SchweißbaugruppeBei Schweißbaugruppen muss das Aufmaß den Verzug aufnehmen; eine Toleranzklasse nach ISO 13920 auf der Rohteilzeichnung macht ihn abschätzbar.NormISO 13920: Klassen E bis H für Geradheit, Ebenheit und Parallelität
Nähte schrumpfen beim Abkühlen und ziehen die Bauteile zusammen. Flächen, die gefräst werden sollen, liegen danach oft nicht mehr in einer Ebene – das Aufmaß muss diesen Verzug aufnehmen.NormSchrumpfung der Naht beim Abkühlen; Grenzen für Form- und Lageabweichungen als Allgemeintoleranzen nach ISO 13920 (Klassen E bis H)
Nahtüberhöhungen stehen über die Oberfläche hinaus. Liegt eine Naht an einer Spann- oder Auflagefläche, liegt das Teil nicht satt auf oder kippt.GeometrieGeometrie; zulässige Nahtüberhöhung je Bewertungsgruppe nach ISO 5817 (Stahl) bzw. ISO 10042 (Aluminium)
Allgemeintoleranzen geschweißter Teile legt ISO 13920 fest: Klassen A bis D für Längen und Winkel, E bis H für Geradheit, Ebenheit und Parallelität.NormISO 13920 (Allgemeintoleranzen für Schweißkonstruktionen – Längen- und Winkelmaße, Form und Lage)
Brenn- oder LaserzuschnittSoll eine Schnittkante gefräst werden, muss das Aufmaß die Toleranz der Schnittfläche nach ISO 9013 überdecken.NormISO 9013: Rechtwinkligkeits- oder Neigungstoleranz der Schnittfläche
Thermische Schnitte stehen nicht genau rechtwinklig: ISO 9013 legt für die Schnittfläche Rechtwinkligkeits- oder Neigungstoleranzen und Rautiefen in Qualitätsbereichen fest. Soll eine Kante gefräst werden, braucht sie Aufmaß.NormISO 9013 (Thermisches Schneiden – Einteilung thermischer Schnitte, geometrische Produktspezifikation und Qualität)
Bleche und Platten sind nicht vollkommen eben, und dünne Zuschnitte verziehen sich, wenn einseitig Material abgetragen wird.GeometrieMechanik: Einseitiger Abtrag stört das Gleichgewicht der Eigenspannungen im Querschnitt; Ebenheitstoleranz des Halbzeugs nach seiner Liefernorm
An der Unterkante thermischer Schnitte haften oft Grat oder Schlacke. Dient die Kante als Anlage, gehören sie vorher weg.GeometrieGeometrie: Anhaftungen an einer Anlagekante verschieben die Lage des Teils
StrangpressprofilAn Profilen zählen die Längenzugabe beim Ablängen und die Grenzabmaße des Querschnitts nach EN 755-9.NormEN 755-9 (Stranggepresste Stangen, Rohre und Profile – Profile, Grenzabmaße und Formtoleranzen)
Strangpressprofile haben Grenzabmaße für Querschnitt, Geradheit und Verdrehung nach EN 755-9, Profile mit engeren Grenzabmaßen nach EN 12020-2. Ein langes Profil liegt deshalb nie ganz gerade.NormEN 755-9; EN 12020-2 (Profile aus EN AW-6060 und EN AW-6063 mit engeren Grenzabmaßen)
Dünne Profilwände geben unter Spannkraft nach. Wo das Profil gespannt werden darf und wo nicht, gehört in die Anfrage.GeometrieMechanik: Biegung dünner Wände unter Spannkraft
SchmiedeteilBearbeitungszugaben stehen meist auf der Schmiedezeichnung; sonst fragt man den Hersteller des Schmiedeteils.GeometrieGeometrie: Die Zugabe muss Versatz und Toleranz des Schmiedeteils überdecken
Gesenkschmiedeteile tragen an der Teilungsebene eine Gratnaht und können zwischen den Gesenkhälften versetzt sein; beides begrenzt EN 10243-1 für Stahl bzw. EN 586-3 für Aluminium.NormEN 10243-1; EN 586-3
Auch Schmiedeteile haben Formschrägen. Spann- und Bezugsstellen gehören weg von der Teilungsebene.GeometrieGeometrie: An der Teilungsebene treffen Gratansatz, Versatz und Formschrägen zusammen
vorbearbeitetes TeilNennen Sie das Aufmaß, das die Vorbearbeitung an den noch zu fräsenden Flächen stehen gelassen hat.GeometrieGeometrie: Das Restaufmaß der Vorbearbeitung ist das Aufmaß der neuen Bearbeitung
Vorhandene bearbeitete Flächen und Bohrungen sind die besten Bezüge – vorausgesetzt, die Zeichnung sagt, welche davon weiter gelten.GeometrieGeometrie; Bezüge und Bezugssysteme nach ISO 5459
Maße zwischen vorhandenen und neuen Merkmalen bilden eine Kette: Die Abweichungen der Vorbearbeitung addieren sich zu denen der neuen Bearbeitung.GeometrieGeometrie der Maßkette
Fertige Flächen brauchen Schutz beim Spannen und im Transport. Ob auf ihnen gespannt werden darf, gehört in die Anfrage.GeometrieMechanik: Flächenpressung unter Spannmitteln
Arbeitsgänge: was der Check vom Rohteil wissen will
ArbeitsgangVom RohteilAuf der FertigteilzeichnungQuelle
PlanfräsenWelche Fläche plangefräst wird, wie viel Aufmaß sie hat und an welchen Bezugsstellen das Rohteil liegt.Ebenheit und Oberfläche der Fläche gehören auf die Fertigteilzeichnung.DIN 8589-3 (Fertigungsverfahren Spanen – Fräsen)
NutLage der Nut zum Rohteilbezug und die Wandstärke, die neben ihr stehen bleibt.Breite, Tiefe und Toleranzen der Nut gehören auf die Fertigteilzeichnung.DIN 8589-3 (Fertigungsverfahren Spanen – Fräsen); Geometrie der Restwand
TascheWandstärke des Rohteils unter der Tasche mit ihrer Toleranz – daraus folgt der Boden, der stehen bleibt.Tiefe, Innenradien und Toleranzen der Tasche gehören auf die Fertigteilzeichnung.DIN 8589-3 (Fertigungsverfahren Spanen – Fräsen); Geometrie: Restwand = Rohwand − Toleranz − Taschentiefe
KonturAufmaß ringsum an der Rohkontur und die Stellen, an denen gespannt werden darf.Kontur, Radien und Toleranzen gehören auf die Fertigteilzeichnung.DIN 8589-3 (Fertigungsverfahren Spanen – Fräsen)
BohrenLage der Bohrung zum Rohteilbezug und ob die Ansatzfläche am Rohteil eben ist.Durchmesser, Tiefe und Toleranzen gehören auf die Fertigteilzeichnung.DIN 8589-2 (Fertigungsverfahren Spanen – Bohren, Senken, Reiben)
GewindeAufmaß und Lage der Stelle, in die das Gewinde kommt, und ob dort gesundes Material steht.Gewindebezeichnung, Toleranzklasse und nutzbare Tiefe gehören auf die Fertigteilzeichnung.DIN 8589-2 und DIN 8589-3 (Fertigungsverfahren Spanen)
SenkenOb die Auflagefläche am Rohteil – etwa auf einem Auge – für die Senkung groß und eben genug ist.Form und Maße der Senkung gehören auf die Fertigteilzeichnung.DIN 8589-2 (Fertigungsverfahren Spanen – Bohren, Senken, Reiben)
EntgratenOb nur die gefrästen Kanten entgratet werden sollen oder auch Kanten am Rohteil, etwa Gussgrate oder Schlacke an Schnittkanten.Den Kantenzustand gibt die Fertigteilzeichnung an, etwa nach ISO 13715.ISO 13715 (Werkstückkanten mit unbestimmter Form – Begriffe und Zeichnungsangaben)
GravurGravur: derzeit nicht im Angebot.–Beistell-Regeln der Evotec GmbH, Fassung 26.09.2026

Aufmaß: wie viel Material zum Fräsen bleiben muss

Das Aufmaß ist das Material, das an einer zu fräsenden Fläche über dem Fertigmaß steht. Es muss mehr sein als die Abweichung, die das Rohteil an dieser Stelle haben darf – sonst bleibt an der tiefsten Stelle nichts zum Fräsen, und auf der Fläche steht ein Rest Rohfläche, eine Schwarzstelle.

Die Rechnung ist Geometrie: Restaufmaß im schlechtesten Fall gleich Aufmaß minus zulässige Abweichung. Bei 2 mm Aufmaß und 1 mm zulässiger Abweichung bleibt 1 mm; darf die Rohfläche 2,5 mm tiefer liegen, reicht das Aufmaß dort nicht.

Für Gussteile beschreibt ISO 8062-3 beides in Graden: Toleranzgrade für die Maße (DCTG) und Grade der erforderlichen Bearbeitungszugabe (RMAG). Bei Schweißbaugruppen muss das Aufmaß den Verzug aufnehmen, dessen Grenzen ISO 13920 als Allgemeintoleranzen festlegt. Brenn- und Laserschnitte haben Toleranzen der Schnittfläche nach ISO 9013, Strangpressprofile Grenzabmaße nach EN 755-9. Welche Werte gelten, steht auf der Rohteilzeichnung; maßgeblich ist der Normtext.

Skizze: Restaufmaß im schlechtesten Fall, links reicht das Aufmaß, rechts bleibt eine Schwarzstelle Zwei Schnitte durch eine Rohfläche über der späteren Fertigfläche. Links: Aufmaß 2 mm, die Rohfläche darf 1 mm tiefer liegen, an der tiefsten Stelle bleibt 1 mm zum Fräsen. Rechts: Die Rohfläche darf 2,5 mm tiefer liegen; an der tiefsten Stelle liegt sie unter der Fertigfläche, dort bleibt eine unbearbeitete Stelle. Aufmaß reicht Sollage roh tiefste Lage Fertigfläche Aufmaß 2 mm 1 mm Rest Rohfläche darf 1 mm tiefer liegen Aufmaß reicht nicht Sollage roh tiefste Lage Fertigfläche Aufmaß 2 mm Schwarzstelle Rohfläche darf 2,5 mm tiefer liegen Rest im schlechtesten Fall = Aufmaß − zulässige Abweichung der Rohfläche
Skizze: Restaufmaß im schlechtesten Fall. Links reicht das Aufmaß, rechts bleibt eine Schwarzstelle.
Skizze: Bezugsstellen am Rohteil nach dem 3-2-1-Prinzip Ein gegossenes Beispielteil liegt mit der Unterseite auf drei Stützpunkten A1 bis A3, an der langen Seite an zwei Punkten B1 und B2 und an der Stirnseite an einem Punkt C1. So sind alle sechs Freiheitsgrade festgelegt. A1 A2 A3 B1 B2 C1 3 Punkte legen die erste Ebene fest (A) 2 Punkte die Richtung darin (B) 1 Punkt die Lage entlang dieser Richtung (C)
Skizze: Bezugsstellen am Rohteil nach dem 3-2-1-Prinzip.

Bezüge am Rohteil

Ein Rohteil hat noch keine gefräste Fläche, an der man es ausrichten könnte. Die erste Aufspannung stützt sich deshalb auf Rohflächen, und damit sie bei jedem Teil gleich ausfällt, braucht es festgelegte Bezugsstellen – nach ISO 5459 auf der Rohteilzeichnung als A1, A2, A3 und so fort.

Ein starrer Körper hat sechs Freiheitsgrade. Drei Punkte legen eine Ebene fest, zwei weitere eine Richtung darin, ein letzter die Lage entlang dieser Richtung: daher die übliche Aufteilung 3-2-1. Liegen die Punkte weit auseinander und auf Flächen, die sich von Teil zu Teil wenig ändern, kippt das Teil kaum.

Aus diesen Bezügen folgt die Lage jeder Nut, Tasche und Kontur. Bemaßen Sie sie auf der Fertigteilzeichnung vom Rohteilbezug aus oder von einer Fläche, die in der ersten Aufspannung entsteht – dann passt das Fräsbild zum Rohteil und nicht nur zu sich selbst.

Bei Taschen zählt außerdem die Wand, die stehen bleibt: Rohwand minus deren Toleranz minus Taschentiefe. Eine 12 mm dicke Gusswand mit ± 1 mm Toleranz behält unter einer 8 mm tiefen Tasche im schlechtesten Fall 3 mm Boden. Ob das reicht, entscheidet Ihre Konstruktion – wichtig ist, dass die Rechnung vor dem Fräsen gemacht ist.

Skizze: Restwand unter einer Tasche aus Rohwand, Toleranz und Taschentiefe Schnitt durch eine 12 mm dicke Rohwand mit einer Toleranz von plus minus 1 mm. Von oben wird eine 8 mm tiefe Tasche gefräst. Ist die Wand an der dünnsten zulässigen Stelle nur 11 mm dick, bleiben 3 mm Boden. Rohwand 12 ± 1 Tasche 8 tief 3 mm Boden im schlechtesten Fall 12 11 Maße in mm · 12 − 1 − 8 = 3
Skizze: Restwand unter einer Tasche aus Rohwand, Toleranz und Taschentiefe.

Anlieferung, Kennzeichnung, Rücktransport

Bei beigestellten Teilen muss auf dem Hin- und auf dem Rückweg klar sein, was zu welchem Auftrag gehört. Legen Sie jeder Lieferung einen Lieferschein bei, der Zeichnungsnummer mit Index, Stückzahl einschließlich Mehrmenge und – wo es sie gibt – Charge oder Gießlos nennt.

Die Verpackung richtet sich nach Teil und Menge: Palette oder Gitterbox für schwere Guss- und Schweißteile, Karton für kleine Teile, eigene Behälter, wenn die Teile darin zurückgehen sollen. Schon bearbeitete Flächen sollten geschützt reisen; Druckstellen aus dem Transport sind nach der Bearbeitung schwer zuzuordnen.

Rückweg

Die Teile gehen ab Werk zurück, gekennzeichnet wie angeliefert. Beim Rücktransport greifen unsere Verkaufs- und Lieferungsbedingungen; Besonderheiten für Ihre Teile hält das Angebot fest.

Nacharbeit und Entgraten

An jeder Kante, an der das Werkzeug austritt, entsteht ein Grat; die gefrästen Kanten entgraten wir deshalb mit. Kanten am Rohteil – Gussgrate an der Teilungsebene, Schlacke an Brennschnitten – gehören nur dazu, wenn die Anfrage sie nennt. Den Kantenzustand gibt die Fertigteilzeichnung an, etwa nach ISO 13715. Gravuren gehören derzeit nicht zu unseren Arbeitsgängen.

Skizze: gefräste Kante mit Grat, danach entgratet mit kleiner Fase
Skizze: gefräste Kante mit Grat, danach entgratet.

Häufige Fragen

So viele, dass alle sechs Freiheitsgrade eindeutig festliegen: üblich sind drei Bezugsstellen für die erste Ebene, zwei für die Richtung darin und eine für die Lage (3-2-1). Stehen sie als Bezugsstellen nach ISO 5459 auf der Rohteilzeichnung, liegt jedes Teil beim Spannen gleich.

Weil Einrichten und Fehler im Rohteil einzelne Teile kosten können – und ein beigestelltes Teil lässt sich nicht einfach nachkaufen. Wie viele zusätzliche Rohteile sinnvoll sind, hängt von Rohteilart, Arbeitsgängen und Stückzahl ab; die Zahl halten wir im Angebot fest.

Stand: 26.09.2026

Liste fertig? Dann zu den Zeichnungen.

Mit „In Anfrage übernehmen“ steht Ihre Liste schon im Formular. Hängen Sie Fertigteil- und Rohteilzeichnung an – wir gleichen beides mit Ihren Angaben ab.

Zur Alten Ruhr 4a, 59755 Arnsberganfragen@evotec-gmbh.de