Ein Angebot der Evotec GmbH, Arnsberg

Planfräsen als Arbeitsgang an Rohteilen

Beim Planfräsen trägt ein Fräser eine Fläche ab, bis sie eben ist. Für breite Flächen nimmt man meist einen Messerkopf – einen Fräser großen Durchmessers mit eingesetzten Schneidplatten –, der die Fläche in wenigen breiten Bahnen überfährt. Am Rohteil hat schon die erste Bahn eine Besonderheit: Sie schneidet durch die Rohfläche mit all ihren Unebenheiten, durch Gusshaut, Zunder oder eine thermische Schnittkante.

Wer Planfräsen in Lohnfertigung vergibt, liefert meist Rohteile an – und dann ist das Planfräsen fast immer der erste Arbeitsgang. Die gefräste Fläche wird zum Bezug für alles, was danach kommt: Bohrbilder, Gewinde, Nuten. Es lohnt sich deshalb, sie bewusst zu wählen: eine große, steife Fläche, an der genug Aufmaß steht.

Ebenheit, Lage und Oberfläche der fertigen Fläche gibt die Fertigteilzeichnung vor; am Rohteil entscheidet sich, ob das Material dafür reicht.

Werden beide Seiten eines Rohteils plangefräst, bestimmt die zuerst gefräste Seite den Bezug für die zweite: Nach dem Umspannen liegt das Teil auf einer ebenen Fläche, und die Parallelität ergibt sich aus dieser Auflage, nicht aus dem Rohteil. Späne unter dem Teil verfälschen sie, deshalb wird die Auflage vor dem Umspannen gereinigt.

Wie man diese Angaben eindeutig auf die Zeichnung bringt, zeigt der Zeichnungs-Check: Ebenheit und Lage auf der Zeichnung richtig angeben.

Skizze: Planfräsen einer Rohfläche mit einem Messerkopf
Skizze: Messerkopf über einer Rohfläche; links schon plangefräst, rechts noch mit Bearbeitungszugabe.

Aufmaß und Spannen bei Rohteilen

Ein Rohteil liegt selten satt auf. Gussflächen haben Formschrägen, Schweißteile sind verzogen, Brennzuschnitte wölben sich. Gestützt wird deshalb zuerst auf drei Punkten, denn drei Punkte bestimmen eine Ebene – das Teil kann nicht kippeln. Zieht man ein verzogenes Rohteil dagegen flach auf den Tisch, drückt man es in eine Form, die es ohne Spannkraft nicht hat: Nach dem Lösen federt es zurück, und die eben gefräste Fläche ist hohl.

Ähnlich wirken Eigenspannungen aus dem Gießen oder Schweißen. Nimmt der Fräser an einer Seite viel Material weg, sucht sich das Teil ein neues Gleichgewicht und verzieht sich. Bei dünnwandigen Rohteilen hilft ein zweiter Schnitt: erst schruppen, dann ausspannen und das Teil sich setzen lassen, zuletzt mit kleiner Zugabe schlichten.

Für das Aufmaß heißt das: Es muss die zulässige Abweichung der Rohfläche, den Verzug und diesen zweiten Schnitt aufnehmen. Wie viel das in Millimetern ist, hängt von Rohteilart, Größe und Werkstoff ab; bei Gussteilen nennt die Rohteilzeichnung dafür meist einen Grad nach ISO 8062-3. Das Restaufmaß mit Ihren eigenen Werten rechnet der Beistell-Check nach.

Skizze: Rohteil auf drei Stützpunkten gegen flach gezogenes Rohteil, das nach dem Lösen zurückfedert Links liegt ein leicht verzogenes Rohteil auf Stützpunkten und wird ohne Verformung gespannt; die gefräste Fläche bleibt eben. Rechts wird dasselbe Teil flach auf den Tisch gezogen; nach dem Fräsen und Lösen federt es zurück, die gefräste Fläche ist dann hohl. gestützt, ohne Verformung gespannt gefräste Fläche bleibt eben flach gezogen nach dem Lösen hohl gestrichelt: Fläche nach dem Lösen
Skizze: links auf Stützpunkten ohne Verformung gespannt, rechts flach gezogen und nach dem Lösen hohl.
Skizze: Planfläche von oben, breiter als der Messerkopf, aus zwei Bahnen gefräst Draufsicht auf eine Fläche, die breiter ist als der Messerkopf. Sie entsteht aus zwei nebeneinanderliegenden Bahnen; zwischen ihnen liegt ein schmaler Übergang, an dem ein feiner Absatz bleiben kann. Vorschub, Bahn 1 Bahn 2 Übergang
Skizze: eine Fläche, breiter als der Messerkopf, aus zwei Bahnen mit schmalem Übergang.

Große Flächen

Kompakte Rohteile planfräsen wir CNC-gesteuert auf einem vertikalen 3-Achs-Bearbeitungszentrum Mazak VCN510C-II. Seine Verfahrwege von X 1.050 × Y 530 × Z 510 mm (laut Herstellerdatenblatt der Baureihe) sind keine feste Grenze für die Teilgröße: Ob eine Fläche in einer Aufspannung erreichbar ist, hängt auch von Spannlage, Werkzeug und Bauhöhe ab – das prüfen wir anhand Ihrer Zeichnung.

Als Faustwert greift der Messerkopf mit etwa zwei Dritteln bis drei Vierteln seines Durchmessers ein; der Rest sorgt für Überdeckung zwischen den Bahnen und schont die Schneidplatten. Beispiel mit frei gewählten Werten: Eine 300 mm breite Fläche und ein Messerkopf von 80 mm Durchmesser bei 60 mm Eingriff ergeben 300 / 60 = 5 Bahnen.

Ist die Fläche breiter als der Messerkopf, entsteht sie aus nebeneinanderliegenden Bahnen. An den Übergängen kann ein feiner Absatz bleiben. Wo er stört, etwa an einer Dichtfläche, gehört die Anforderung an Ebenheit und Oberfläche ausdrücklich auf die Zeichnung.

Profile und Langteile bearbeiten wir auf dem 5-Achs-Stabbearbeitungszentrum, bis 8 m in einer Aufspannung.

Was wir zur Fläche wissen müssen

  • welche Fläche plangefräst wird und ob sie dichten, tragen oder ausrichten soll
  • Aufmaß und zulässige Abweichung der Rohfläche
  • die Bezugsstellen am Rohteil
  • Ebenheit und Oberfläche – als Angabe auf der Fertigteilzeichnung

Häufige Fragen

Das Fräsen einer ebenen Fläche, meist mit einem Messerkopf, also einem Fräser mit eingesetzten Schneidplatten. An Rohteilen entstehen so Dicht-, Anschraub- und Bezugsflächen: Die raue Rohfläche wird um das Aufmaß abgetragen, bis eine ebene Fläche bleibt.

Stand: 26.09.2026

Eine Fläche, ein Arbeitsgang

Schicken Sie Fertigteil- und Rohteilzeichnung mit markierter Fläche, Aufmaß und Stückzahl. Wir sehen uns Auflage, Spannen und Flächengröße an, bevor wir anbieten.

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